Geländespiel planen: Spielfeld, Regeln und Sicherheit

Ein Geländespiel ist für viele Pfadis der Block, an den sie sich noch Jahre später erinnern. Damit es gelingt, braucht es mehr als eine gute Geschichte: ein klares Spielfeld, einfache Regeln, faire Fangmechanik und ein Ende, das alle mitbekommen.

Von Roman Gerdes v/o Cluedo · Zuletzt aktualisiert am

Das Spielprinzip in einem Satz

Bevor du an Kostüme und Requisiten denkst, schreib das Spielprinzip in einem Satz auf: Wer will was erreichen, und wer versucht es zu verhindern? "Die Schmuggler bringen Waren vom Wald ins Dorf, die Zöllner fangen sie ab" ist ein Spielprinzip. "Ein spannendes Spiel im Wald" ist keines.

Aus diesem Satz ergeben sich die Rollen, das Ziel und die Punkte. Die Geschichte aus dem Lagermotto liefert danach die Einkleidung. Ein Geländespiel passt gut zur PBS-Methode Spiel und Bewegung und lässt sich mit dem Leben in der kleinen Gruppe verbinden, wenn die TNs in festen Gruppen spielen.

SpieltypPrinzipTypischer Fehler
TransportGruppen bringen Gegenstände von A nach B, Wächter fangenWächter zu stark, niemand kommt durch
Sammeln und TauschenRessourcen an Posten holen und gegen Punkte tauschenWechselkurs zu kompliziert
EroberungFahnen oder Gebiete einnehmen und haltenSpiel wird zur Rauferei
SucheVersteckte Personen oder Gegenstände findenGebiet zu gross, Leerlauf

Spielfeld und Gelände

Das Spielfeld bestimmt, ob das Spiel funktioniert. Zu gross, und die Gruppen begegnen sich nie. Zu klein, und es gibt keine Verstecke. Lauf das Gelände vorher ab, idealerweise zur gleichen Tageszeit wie das Spiel. J+S verlangt, dass Leitende das Gelände für geplante Aktivitäten rekognoszieren.

Markiere die Grenzen sichtbar, zum Beispiel mit Absperrband, und erkläre sie vor dem Spiel an einer Karte oder einer Skizze. Strassen, Bäche, steile Böschungen und Privatgrund gehören ausserhalb des Spielfelds.

  • Grenzen: natürliche Linien wie Wege, Waldrand, Bach, ergänzt mit Band
  • Gefahrenstellen: ausgeschlossen oder mit Leitungsperson besetzt
  • Basis für jede Gruppe und ein neutraler Ort für Verletzte und Pausen
  • Gelände sauber halten: Wildruhezonen und Schutzgebiete meiden, Material wieder einsammeln

Regeln, die alle verstehen

Die besten Geländespiele haben Regeln, die sich in zwei Minuten erklären lassen. Alles Weitere lernen die TNs im Spiel. Teste die Regeln vorher im Leitungsteam und überlege dir, wo Streit entstehen kann. Besonders heikel ist die Fangregel: Was gilt als gefangen, und was passiert danach?

Körperkontakt ist im Geländespiel normal, Gewalt nicht. Berührung statt Festhalten, Bändeli statt Rangeln. Legt klar fest, dass bei einem Stopp-Signal oder einem Verletzungsfall alle sofort aufhören.

Fangmechaniken im Vergleich
MechanikVorteilNachteil
Abklatscheneinfach, schnellStreit, ob die Berührung zählte
Bändeli abzieheneindeutig, fairBändeli müssen sichtbar getragen werden
Namen oder Nummer ablesenkein Körperkontakt, gut für Älterebraucht Sichtkontakt und Nummernschilder
Wäscheklammer am Rückengut für JüngereKlammern gehen verloren

Ablauf, Zeit und Endsignal

Ein Geländespiel braucht einen Anfang, eine Spielzeit und ein klares Ende. Plane die Spielzeit so, dass sie zur Stufe passt. Für Pfadis kann ein Geländespiel einen halben Tag dauern, für Wölfli sind kürzere Runden mit Pausen besser. Ein Endsignal, das alle hören, zum Beispiel ein Horn oder eine Pfeifenfolge, verhindert, dass Gruppen noch eine halbe Stunde im Wald suchen.

Beispielablauf, Pfadistufe, 3 Stunden
ZeitWas
14.00Einstieg mit Szene aus dem Motto, Gruppen bekommen Auftrag
14.15Regeln an der Karte, Grenzen, Signale, Fragen
14.30Gruppen gehen zu ihren Basen, Start mit Signal
15.30Zwischenstand, Trinken, Znüni an der Basis
15.45zweite Spielrunde, eventuell mit neuer Regel
16.40Endsignal, alle zurück zum Sammelplatz
16.50Auflösung in der Geschichte, Siegerehrung, Material einsammeln

Sicherheit im Geländespiel

Die meisten Unfälle im Geländespiel passieren beim Rennen: Stürze, Zusammenstösse, Äste im Gesicht. Dazu kommen Gruppen, die das Spielfeld verlassen, und Kinder, die sich verlaufen. Mit wenigen Massnahmen ist viel gewonnen. Für Spiele in unübersichtlichem Gelände oder in der Nacht schreibst du ein eigenes Sicherheitskonzept.

  • Stopp-Signal, bei dem alle sofort stehen bleiben
  • Leitende an Gefahrenstellen und an den Grenzen
  • Apotheke an einem bekannten Ort, eine Person dafür zuständig
  • Gruppen zählen vor und nach dem Spiel
  • Trinkpausen bei Hitze, Abbruch bei Gewitter

Weitere Spielideen findest du im Guide Blockprogramm-Ideen, eine ruhigere Variante mit Stationen im Guide Postenlauf planen. Einen ausgearbeiteten Vorschlag mit Ablauf, Material und Sicherheit liefert der Aktivitäten-Generator.

Häufige Fragen

Wie gross soll das Spielfeld sein?

So gross, dass es Verstecke gibt, aber so klein, dass sich die Gruppen regelmässig begegnen. Lauf es vorher ab und denk an die Stufe: Jüngere brauchen ein kleineres, übersichtlicheres Gelände.

Wie verhindere ich Streit beim Fangen?

Mit einer eindeutigen Fangmechanik wie Bändeli oder Nummern und Schiedsrichtern an den heiklen Stellen. Regeln vorher im Leitungsteam testen hilft ebenfalls.

Was tun, wenn ein Team klar verliert?

Plane Mechanismen ein, die das Spiel offen halten: Bonusaufgaben, eine zweite Runde mit neuen Regeln oder Punkte, die erst am Schluss bekannt werden.

Braucht ein Geländespiel ein Sicherheitskonzept?

Laut J+S gehört zu jeder Aktivität eine Einschätzung der Gefahren mit Massnahmen und Notfallvorgehen. Für ein Spiel in unübersichtlichem Gelände, nachts oder in der Nähe von Strassen und Gewässern lohnt sich ein eigenes, schriftliches Konzept.

Quellen

Der Aktivitäten-Generator schlägt dir ein Geländespiel mit Regeln, Ablauf, Material und Sicherheitshinweisen vor, passend zu Stufe und Gelände.

Geländespiel ausarbeiten

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